Oboe

Geschichte

Als Erfinder der Oboe (vom französischen hautbois: hohes Holz, d.h. hohes Holzblasinstrument, im Gegensatz zum Fagott), die über die Diskantpommer aus der Schalmei hervorging, gelten Jean Hotteterre und Michel Philidor, die die Oboe nach 1654 in Paris bauten und spielten. Spätestens ab 1664 verwendete J.-B. Lully die Oboe im Orchester, entweder im 3-stimmigen Bläsersatz (2 Oboen und Fagott) oder im 5-stimmigen Streichersatz colla parte mit den Violinen. 1671 wurden Oboen in Camberts Pomone gespielt, 1678 gab es Oboen in englischer Militärmusik. Das neue Instrument wurde in England 1688 von R. Holme beschrieben, um 1695 auch von J. Talbot. Purcell verwendete die Oboe ab 1690. Das Oboen-Spiel in den Kapellen übernahmen zunächst Flötisten; so enthalten Hotteterres Principes de la flûte (1707) auch eine Unterweisung im Spiel der Oboe. Die Komponisten des 18. Jahrhunderts, unter anderem Telemann, Vivaldi und Händel, setzten die Oboe in Konzerten, Sonaten und Suiten solistisch ein, auch konzertierend in Arien (J. S. Bach seit den Kantaten der Weimarer Zeit). Im Mannheimer und im klassischen Orchester gehörten zwei Oboen zum Holzbläsersatz.

Bauweise – Systematische Gruppe

Im Sinne einer populärwissenschaftlichen Instrumentensystematik versteht man unter Oboe eine Gruppe von Instrumenten, Doppelrohrblattinstrumente, die sich aus der Schalmei entwickelt haben und über Klappen verfügen. In der 1. Hälfte des 19. Jh. begannen die Versuche, die Zahl der Grifflöcher zu vermehren, um alle chromatischen Töne ohne Gabelgriffe zu erreichen. Zuerst waren Oboen mit 4–13 Klappen nebeneinander in Gebrauch. Die Oboe Sellners mit 13 Klappen blieb, verbessert, bis in die neueste Zeit das Instrument der österreichischen und deutschen Bläser. Ab 1840 entwickelte Triébert den französischen Typ der Oboe mit zylindrischer, enger Bohrung, neuer Lage der Löcher und schmälerem Blatt. Bis um 1880 wurden von ihm und seinen Söhnen sechs Systeme erfunden. Ab 1841 übertrug A. Buffet das böhmische System der Bohrung und der Ringklappen auf die Oboe, wo es sich jedoch nicht durchsetzte. Bis heute blieb der Ton der französischen Oboe kleiner, schärfer, delikater, der der deutschen ist größer und wärmer. Der näselnde, sich im Orchester leicht durchsetzende Ton der Oboe macht sie zu einem Instrument mehr der Kantilene als der virtuosen Figuration. Varianten sind Tenor- und Baritonoboe.

Spielweise

Als Anfänger sollte man ca. 10–12 Jahre alt sein, über eine gute Kondition verfügen und mit den Grundlagen der Blastechnik vertraut sein (z.B. Blockflöte oder Flöte schon gespielt haben). Jeder, der beginnen will Oboe zu spielen, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er ein Instrument wählt, das – über den normalen täglichen Übeaufwand hinaus (anfangs ca. 30 Min., später 1–1,5 Std.) – mittelfristig eine intensive Beschäftigung mit dem Bau des eigenen Mundstücks erfordert. Das Instrument braucht also wirklich begeisterte, hartnäckige, musikalische und für den Rohrbau sogar handwerklich geschickte Schüler. Der Preis einer brauchbaren Schüleroboe liegt ca. bei € 3500. Man kann aber gelegentlich auch Instrumente gebraucht kaufen oder leihen.